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Couperose, Teleangiektasien, Gefässanomalien

Ein besonders schöner und schmeichelnder Make-up-Trend ist zurück: das Tragen von Rouge – aus dem Englischen «to blush», was nichts anderes als «erröten» bedeutet. Rote Wangen entstehen infolge von innerer Hitze: Durch Anstrengung, Erregung oder Scham erweitern sich unsere Blutgefässe an der Hautoberfläche, um unseren Organismus abzukühlen. Solche Wangen stehen gemeinhin als Zeichen für Gesundheit, Munterkeit und Jugend. Mit Puder oder Creme-Rouge lassen sie sich auch dezent nachschminken.

Aber was tun, wenn sich die natürliche Wangenröte aufgrund von Gefässveränderungen zu flächigen, unschönen Stellen entwickeln, die sich kaum mehr kaschieren lassen?

Zahlreiche Frauen leiden beispielsweise unter der sogenannten Couperose. Diese Gesichtsrötung tritt oft im Bereich der Wangen und der Nase auf. Sie zeigt sich durch erweiterte Blutkapillaren (Teleangiektasien), welche sich nicht von alleine wieder auf ihre normale Grösse verengen können und von blossem Auge gut sichtbar sind. Eine andere Hauterkrankung, welche im Anfangsstadium der einer Couperose ähnelt, ist die Rosazea. Sie ist gekennzeichnet durch erweiterte Blutgefässe im Wangen- und Nasenbereich in Kombination mit grossporiger Haut und chronischen Entzündungen und muss von einem Hautspezialisten (Dermatologen) untersucht und behandelt werden. Die Couperose dagegen ist harmlos und stellt in den meisten Fällen ein ausschliesslich kosmetisches Problem dar. Die Gefässerweiterungen lassen sich in diesem Fall durch Laser oder Koagulation veröden und damit entfernen. Cremen und Seren hingegen wirken nur an der Oberfläche und können die Gefässe entstauen, was allerdings bloss zu einer kurzfristigen Besserung führt.

Vorbeugen ist besser als im Nachhinein teuer behandeln.

Hitze von aussen, aber auch von innen – beispielsweise durch scharfe Gewürze oder Alkohol – erweitern die Blutgefässe. Die Hautoberfläche sollte möglichst vor intensiver Sonnenbestrahlung geschützt werden. Ebenso sind Sauna, durchblutungsfördernde Wirkstoffe und mechanische Reize zu vermeiden. Auch Medikamente können als Nebenwirkung sogenannte Teleangiektasien hervorrufen. Ebenfalls um erweiterte Blutkapillaren handelt es sich bei den Besenreisern. Allerdings treten diese hauptsächlich an den Beinen aufgrund von Bindegewebsschwäche und Blutstauung auf. Bei Vielfliegern, Schwangerschaft und stehender Berufsausübung werden Kompressionsstrümpfe empfohlen. Auch hier sollte die Haut möglichst wenig Hitze, Sonne und mechanischen Reizen ausgesetzt sein.

Weitere Gefässanomalien sind Blutschwämme (Hämangiome), Spinnenangiome (Spider naevi) und das Feuermal (Naevus flammeus). Diese gutartigen Wucherungen der Blutgefässe sind in den meisten Fällen absolut harmlos und können auf die gleiche Weise wie die Teleangiektasien entfernt werden. Eine Ausnahme bildet das Feuermal: Es ist angeboren und entwickelt sich bestenfalls vollständig zurück. Bleibt ein netzartiges Geflecht an erweiterten Blutgefässen an der Hautoberfläche sichtbar und ist diese Stelle im Gesicht oder an einer anderen sichtbaren Stelle, leiden die Betroffenen oft sehr darunter. Leider haben bis heute Fachärzte und Spezialisten keine zufriedenstellende Lösung für diese Patienten gefunden. Einzig durch gezieltes Abdecken mit Camouflage können diese Gefässwucherungen unsichtbar gemacht werden. Diese «Tarnung» (Übersetzung von Camouflage) ist schweiss- und wasserfest und schützt die Betroffen den ganzen Tag vor unangenehmen Blicken.

Behandlung im Institut

Eine Haut mit Couperose oder gar Rosazea erfordert von einer professionell ausgebildeten Kosmetikerin eine sorgfältige, systematische Auswahl der Anwendungen. Auf keinen Fall sollte sie Dampf einsetzen oder die Haut mit einem mechanischen Peeling oder einer Peelingbürste behandeln. Anregende Wirkstoffe, aber auch Massagen sind zu vermeiden. Es bieten sich zahlreiche Alternativen, welche gerade bei erweiterten Blutkapillaren eine sichtbare Verbesserung bewirken. Mit Lymphdrainagen, aber auch entstauenden Behandlungen mit kühlenden Alginat-Masken oder Wirkstoffen, welche gezielt die Mikrozirkulation der Haut anregen, können sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Die Kosmetikerin berät ihre Kunden gerne darin, welche Reinigung, Pflege und welche Zusatzprodukte notwendig sind, um die Couperose zu lindern oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Darüber hinaus kann sie professionelle Schminktipps geben, wie man die roten Stellen gekonnt abdecken kann. Einige Kosmetikerinnen verfügen über eine Weiterbildung mit der Nadelkoagulation, um die Blutgefässe zu veröden und die erweiterten Kapillaren mittels Laser (IPL) zu entfernen.

Esther Gerspacher

Esther Gerspacher

Schulleiterin, Kosmetikerin mit international anerkanntem CIDESCO-Diplom, Zertifizierte Erwachsenenbildnerin SVEB und Drogistin mit EFZ.

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