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Haarfreie Zone

Die Hosen, Röcke und Ärmel werden wieder kürzer, und die lästigen Körperhaare müssen weg. Während die Gesichtsbehaarung der Männer in den letzten Jahren wieder salonfähig wurde, fiel unter der Gürtellinie das letzte Tabu: die komplette Entfernung der Schambehaarung («brazilian waxing»).

Vor Tausenden von Jahren war der eigene Geruch überlebenswichtig

Die Körperbehaarung diente ursprünglich als Schutz gegen Reibung, Sonne und Kälte. Die Haare in der Achselhöhle und im Anogenitalbereich fungierten als Duftträger. Während der Pubertät wird die Körperbehaarung durch die Einwirkung der Sexualhormone stärker und die Haarstruktur in den Bereichen der apokrinen Schweissdrüsen poröser. Diese Duftdrüsen, ebenfalls gesteuert durch die Geschlechtshormone, sondern ein leicht alkalisches Sekret ab, welches durch unsere Hautbakterien zersetzt wird. Dadurch entfaltet sich unser individueller Geruch. Vor Tausenden von Jahren war das überlebenswichtig, denn über diesen persönlichen Duft erkannten wir Familienmitglieder und wählten den geeigneten Sexualpartner. Heute stehen diverse andere Aspekte im Vordergrund, um den Partner fürs Leben oder für gewisse Stunden auszuwählen, daher ist diese Behaarung überflüssig, und die Haut am Körper schützen wir ja bereits von jeher mit unserer Kleidung.

Dass ein Frauenkörper mit wenig oder – wie heutzutage – ohne Körperbehaarung als attraktiv gilt, lässt sich an der unterschiedlichen Wirkung der Hormone Östrogen und Androgen erklären. Während Östrogen (das weibliche Geschlechtshormon) die Körperbehaarung vermindert, macht es das Kopfhaar dicht und stark. Lange, feste und geschmeidige Haare gelten als äusserst weiblich und sexy. Das Androgen (das männliche Sexualhormon) lässt die Körperhaare spriessen, jedoch das Kopfhaar ausfallen. Dieses Bild wird von den testosteronreichen Actionhelden Bruce Willis, Jason Statham und Vin Diesel perfekt verkörpert.

Rasur, Waxing, Sugaring … Welche Enthaarungsmethode passt zu mir?

In vielen alten Kulturen ist das Entfernen der Körperhaare seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der Körperpflege. Heute kennt man unzählige Methoden, um die störenden Haare für den Moment oder für immer zu entfernen. Man unterscheidet zwischen temporärer und definitiver Haarentfernung. Bei der Rasur oder mit einer Enthaarungscreme werden die Haare an der dicksten Stelle oberflächlich abgetrennt, mechanisch mit einer Klinge oder chemisch durch das Auflösen der Haarstruktur. Die Haare wachsen innert kürzester Zeit stoppelig nach. Wird das Haar an der Wurzel mit Wachs, Zuckermasse, Faden oder Pinzette ausgerissen, muss sich das Haar ganz neu bilden, und dies dauert je nach Wachstumsphase zwei bis vier Wochen. Diese Haare wachsen feiner nach, und wenn man diese Methoden öfters anwendet, kann es sogar sein, dass die Körperhaare an diesen Stellen nicht wieder nachwachsen.

Um Haare aber definitiv (für immer) loszuwerden, muss die Haarwurzel zerstört werden. Dies wird mit Laser, IPL (Intense Pulsed Light) oder Elektroepilation mit der Nadel von gut ausgebildeten Kosmetikerinnen durchgeführt.

Fortsetzung folgt

In Teil zwei schreibe ich über eingewachsene Haare und wie man diese vermeiden kann.

Esther Gerspacher

Esther Gerspacher

Schulleiterin, Kosmetikerin mit international anerkanntem CIDESCO-Diplom, Zertifizierte Erwachsenenbildnerin SVEB und Drogistin mit EFZ.

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