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Psychokosmetik – mit allen Sinnen Pflege erleben (Teil 1)

Psychokosmetik

Was machen wir um jemanden zu trösten? Was wenn wir uns an einem Gegenstand gestossen haben? Genau – wir nutzen die Kraft der Berührung.
Neben der pflegenden und der dekorativen Kosmetik existiert ein noch wichtiger und spannender Teil, die Psychokosmetik.
Unsere Haut ist nicht nur ein Aufnahme und Ausscheidungsorgan. Sie hat die Aufgabe, den Körper zu schützen und ist zugleich ein wichtiges Sinnesorgan. Mit bis zu 2 m2 Grösse und 200 Nervenzellen pro cm2 ist unsere Haut ein beeindruckender Fühler zur Aussenwelt. Sie signalisiert innert Sekunden Gefühle, lässt uns zum Beispiel bei Scham erröten und lässt unser Gegenüber dabei wortwörtlich in unsere Seele blicken.
Wir Menschen brauchen menschlichen Kontakt und dieser läuft über alle unsere Sinne ab. Studien belegen, dass Menschen, welche zu lange von anderen Menschen isoliert wurden, unter physischen und psychischen Krankheiten leiden. Kinder, welche zu wenig körperliche Nähe erfahren haben, entwickeln ein gestörtes Selbstwertgefühl und sind unfähig als Erwachsener zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen oder aufrecht zu erhalten.
So wagte ein Student den Selbstversuch und lies sich auf das Experiment ein – 365 Tage ohne menschlichen Kontakt zu bleiben. Es ist in der heutigen digitalisierten Zeit nicht schwer, sein Leben per Internet zu organisieren Doch das hat gravierende Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Seele. Geplant war dass der Student ein ganzes Jahr an seinem Computer verbringt, mit seinen virtuellen Freunden chattet, sein Essen online bestellt und sich Dokumentationen von der Welt draussen im Fernseher ansieht. Das Experiment musste nach wenigen Wochen abgebrochen werden!
Auch wenn wir nicht monatelange Isolationshaft hinter uns haben, sehnen wir uns jedoch nach mehr Menschlichkeit. Nach dieser Nähe, nach einem freundlichen Gesicht, welches uns wohlwollend anlächelt. Nach der ehrlichen Nachfragte, wie es uns in der Zwischenzeit ergangen ist, wie der Urlaub war oder ob es mit dem neuen Job geklappt hat. Nach einer Oase der Ruhe und Entspannung, mit einem Menschen, der sich der Bedürfnisse annimmt und auch mal zuhören kann. Dieser Ort kann das Kosmetikstudio sein.
In einem Werbespot trällert ein Sänger; „Küssen kann man nicht alleine“ wie recht er hat! Aber auch Berührungen von einem anderen Menschen fühlen sich anders und im Idealfall besser an, als sich selber anzufassen. Oder geniessen Sie die tägliche Reinigung im gleichen Masse, wie die Behandlungen auf der Liege im Institut? Es ist physiologisch unmöglich, sich gleichzeitig zu massieren und sich dabei völlig zu entspannen, zudem gibt es Körperregionen, wie etwa der Rücken, die wir auch mit gekonnten Verrenkungen niemals behandeln können.

Fortsetzung folgt

Teil 2 – Die Psychokosmetik behandelt die Psyche. Der Weg zur Seele führt über unsere Sinne.
Wieder reinschauen lohnt sich.

Esther Gerspacher

Esther Gerspacher

Schulleiterin, Kosmetikerin mit international anerkanntem CIDESCO-Diplom, Zertifizierte Erwachsenenbildnerin SVEB und Drogistin mit EFZ.

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