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MIT SYSTEM – DIE FEUCHTIGKEITSVERSORGUNG DER HAUT (Teil 3)

Kombi-Pflege
Der Tipp, eine feuchtigkeitsarme Haut einfach durchs Trinken zu reparieren, kann leider nicht in die Praxis umgesetzt werden. Es ist immer ein guter Ratschlag, genügend zu trinken, aber wir müssen unserem Körper ebenso wertvolle Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe liefern, um die Feuchtigkeit auch in der Haut speichern zu können. Zudem kann die getrunkene Feuchtigkeit nur bewahrt werden, wenn wir kein Leck im Hydrolipidfilm haben.
Den grössten Erfolg erzielet man, durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit ausreichend Mineralwasser, mit schonender Reinigung, feuchtigkeitsbindender Pflege und intensiven professionellen Feuchtigkeitsbehandlungen in Ihrem Kosmetik-Institut.

Balance-Akt: Hautfeuchtigkeit
Einflüsse Äussere Einflüsse, etwa trockene Luft, falsche Pflegeprodukte und/oder Anwendungen und Sonnenbestrahlung sowie innere Einflüsse, zum Beispiel Medikamente, ungesunder Lebenswandel und Alterung, bringen unseren Feuchtigkeitshaushalt aus dem Gleichgewicht und zwingen uns, unsere Haut mit feuchtigkeitsspendenden und -bindenden Präparaten zu unterstützen.
Feuchtigkeitsspender Wirk-, aber auch Inhaltsstoffe in Kosmetikpräparaten werden als feuchtigkeitsspendend beworben. Richtiger ist es, von Feuchtigkeitsbindern zu sprechen, denn die Feuchtigkeit kommt vom Wasser, welches in und um den Zellen und in der Umgebungsluft vorhanden ist. Sehr geeignete und in Pflegepräparaten oft eingesetzte Moistures sind Ceramide, Hyaluronsäure, Glycerin, Silikone und okklusive Materialien, um nur die wichtigsten zu nennen.

Ceramide reparieren die beschädigte intrazelluläre Matrix, verhindern den TEWL und machen die Hautoberfläche geschmeidig und widerstandsfähig. Ihre Löslichkeit bringt jedoch technologische Probleme bei der Formulierung von Präparaten mit sich. Daher werden Ceramide kombiniert mit Emulgatoren eingesetzt.

Hyaluronsäure Kaum ein anderer Wirkstoff hat sich so schnell wie sie in der Kosmetik verbreitet und wird von den Kunden verlangt. Diese Wunderwaffe gegen Volumenverlust in der Dermis kann mittels Injektionen unter die Haut gespritzt oder in kosmetischen Präparaten topisch auf die Haut aufgetragen werden. Die Verträglichkeit ist sehr hoch, da es sich bei der Ursprungsform um eine körpereigene Kohlenwasserstoffverbindung handelt. Die enorme Quellfähigkeit dieser Säure (bis zu 6 Liter Wasser auf ein Gramm Hyaluronsäure) macht diesen Stoff so wirkungsvoll. Früher aus Hahnenkämmen gewonnen, wird heute die Hyaluronsäure im Labor synthetisiert und mit einer Quervernetzung versehen. So wird der zu rasche Abbau durch körpereigene Enzyme verhindert. Weil die Moleküle zu groß sind, kann die reine Form von Hyaluron den Hautwiderstand nicht durchdringen. Daher werden oft Hyaluronfragmente (HAF) eingesetzt. Diese Fragmente können in die Hautschichten eindringen und dort die Hyaluronsäureproduktion erhöhen, indem sie an die Rezeptoren der Zellen andocken.

Glycerin, ein dreiwertiger Alkohol, wird erfolgreich als Feuchthaltemittel und als befeuchtender Wirkstoff in kosmetischen Präparaten eingesetzt. Seine hygroskopische Wirkung beeinflusst die Konsistenz von Produkten und macht Glycerin zu einem idealen Wasserspeicher auf der Hautoberfläche. Es wird sehr gerne auch in dekorativer Kosmetik eingesetzt, denn die Gewinnung ist einfach, die Verträglichkeit hoch und der Rohstoffpreis ausgesprochen günstig.

Silikone finden immer häufiger in kosmetischen Präparaten Verwendung und ersetzen die komedogenen mineralischen Öle. Silikone haben keine direkte Wirkung auf die Haut, aber durch die gezielte Reparatur des Hydrolipidfilms wird der TEWL verhindert, was die Durchfeuchtung der Epidermisschichten begünstigt. Im Gegensatz zu den wasserunlöslichen Silikonen in der Haarpflege werden in der Hautpflege Verbindungen verwendet, die mit einer geeigneten Reinigung gründlich entfernt werden können. Auch die Medizin macht sich die topische Anwendung von Silikonen zunutze. Diverse Narbencremes auf Silikonbasis verhelfen zu einer schönen Abheilung. Der okklusive (nach außen abdichtende) Effekt dieser Kunststoffe wird gerne eingesetzt, um gezielt Wirkstoffe besser durch die Haut penetrieren zu lassen.

Wasser bedeutet leben, auch für unsere Haut. Durch gezielte Befeuchtung der Haut erhalten wir ein angenehmes Gefühl und vermindern den Alterungsprozess unsere Haut.

Esther Gerspacher

Esther Gerspacher

Schulleiterin, Kosmetikerin mit international anerkanntem CIDESCO-Diplom, Zertifizierte Erwachsenenbildnerin SVEB und Drogistin mit EFZ.

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